Nach dem nervigen Weihnachtsgeschäft und vielen, vielen Überstunden war es mal wieder Zeit für etwas Entspannung und Aktion. Raus in die Welt und was von derselbigen sehen.

Nach der Toskana 2008 und Malta 2007 stand diesmal Tunesien an.

Vorab ein paar Infos für alle, die Tunesien bereisen möchten:

  • Euro werden in Tunesien überall gerne genommen und 1:2 getauscht. 2 Dinar = 1 Euro
  • mit Französisch kommt man dort super zurecht – war zuletzt unter französicher Herrschaft
  • 220V Steckdosen gibt es
  • Rauchen ist (leider) so gut wie überall erlaubt und auch sehr günstig
  • Reisepaß ist nötig, Perso reicht nur, wenn man als Gruppe reist
  • bei der Einreise muss man ein Minivisum ausfüllen – einen Teil erhält man abgestempelt zurück. Aufheben, sonst lassen die einen nicht mehr außer Landes!

Nun zu meiner Reise. Die Tunesien Bilderserie ist bereits online.

Tag 1 – Anreise, Tunis, Weiterflug nach Tozeur:

Los ging es am 06.02 um 12.00 via TunisAir ab Frankfurt. Im Gegensatz zu den üblichen Ferienfliegern saßen in diesem Flugzeug fast nur Tunesier. Dachte der Flieger wird entführt. Araber sehen teilweise schon recht markant aus. Vorurteile eben 😉


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Begeistert hat mich die Bordküche. Man konnte zwischen Truthahn und Rindfleisch wählen. Der Truthahn war lecker gewürzt und es gab Reis mit Mandeln und Rosinen dazu. Sehr lecker!

Tunis selbst ist eine sehr moderne Hauptstadt. Fast schon europäisch. Die Frauen tragen keine Kopftücher, die Männer rennen mit gegelten Haaren und „Armani“ Jacken herum und der Verkehr ist leicht chaotisch Marke: Wer hupt hat recht.

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Sehr lecker waren die Dattelpralinen. Man nehme frische Datteln, schneidet diese auf und packe Walnüsse dazwischen. Oder Pistazien. Oder eben man erstellt ein Dattel-Schokoladenmuss mit einer Haselnuss in der Mitte. :thumb:

Die Medina (= Altstadt) ist dann der „Alles kost nix, alles nur ein Dinar, mach Dir guten Preis“-Bereich. Ramsch und Trödel zum mit nach Hause nehmen. Interessant war nur, dass die Tunesier Fenchelzwiebeln roh essen.

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Zum Abendessen kehrten wir im „Dar Hamouda Pacha“ ein. Es gab 11 (!!!!) Vorspeisen. Karottenmouse, Auberginenmouse, frittierte Kartoffeln, frittierte irgendwas Röllchen, Salate, Meeresfrüchte, Hähnchenspieße usw.. Als Hauptgang noch ein ganzer Fisch und eine Vanillecreme mit Nüssen als Abschluß. Hammer.
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Der Weiterflug nach Tozeur getaltete sich dank einer Propellermaschine als „interessante Erfahrung“. Der Start und Flug an sich war nicht so anstrengend, wie der Flug mit einer Düsenmaschine, da die Propellermaschine einfach langsamer steigt und fliegt. Nervig ist nur das ständige Dröhnen des Motors. Wie wenn die Ami-Bomber über Kitzingen fliegen 😉

Die Landung bei starkem Wind war auch eine Erfahrung für sich. Selten so stark rumgeschüttelt worden und einen so langen Bremsweg gehabt.

Unterkunft für die nächsten zwei Tage war das Hotel Sofitel Palm Beach – nett 😀

Tag 2 – Tozeur – Oase + Wüste:

Tozeur liegt im Südwesten (für Frauen: links unten) von Tunesien an einem Salzsee. Auf Grund der Lage regnet es dort so gut wie nie, weshalb der englische Patient und der erste Star Wars Film teilweise dort gedreht wurden.

Im Hotel waren viele ältere Franzosen und Engländer abgestiegen. Was auch immer die da um die Jahreszeit machen. So allein in der Wüste. Mumie spielen!?
Ein Engländer fragte mich, was denn „Wüstenzauber“ auf meinem Shirt heißt. Er dachte an „sausage“ – Würstchen. Naja. So ein Shirt mit Würstchen als Schriftzug ist schon cool *g*

Die Besichtigung des Marktes im Ortszentrum in Tozeur war nichts für schwache Nerven. In arabischen Ländern ist es üblich den Kopf des geschlachteten Tieres zu präsentieren, da sich an Hand der Zähne der Gesundheitszustand der Ware erkennen lässt. Und da auch Dromedare auf dem Speiseplan stehen…naja…seht selbst. [inspic=2410,left,fullscreen,thumb]

Danach ging es zum Mittagessen in die Oase von Tozeur. Dattelpalmen, Minibananen, Orangen und andere Leckereien wachsen dort seit Jahrtausenden und stellen die Lebensader von Tozeur dar. Ansonsten gibt es den üblichen Kram. Ganz tolle Teller, Anhänger, Trommeln und was man sonst nicht braucht. [inspic=2423,right,fullscreen,thumb]

Nach einem Mittagessen im typischen arabischen Liegestil ging es mit Quads und Sandbuggys ab in die Wüste. Da ich nochmal für kleine Königstiger musste, hab ich am Anfang nur einen Beifahrerplatz in einem der wenigen Buggys erwischt. Sollte sich aber als Glücksfall erweisen, da dieses Buggys einfach nur geil sind. Mit 50-60 Sachen kann man damit über so gut wie alles drüberschüren und wie bei Wii Mario Kart herumdriften 😀
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Durfte aber später noch mit einem Quad fahren. Ist allerings bei weitem nicht so lustig wie der Buggy. Man kämpft mit dem Quad in jeder Kurve und bei Bodenwellen (davon gibt es in der Wüste ja bekanntlich mehr als genug) hebt es einem leicht aus dem Sitz und selbiger klatsch einem gegen den Bobbes.

Gibt schönere Varianten der Fortbewegung:



Leider gab es an dem Tag einen richtigen Sandsturm, weshalb wir mit Skibrillen fahren mussten und der Sand in so ziemlich jede Rizze reingewandert ist. Sand im Getriebe sozusagen 😉

[inspic=2433,right,fullscreen,thumb] Das Endziel der Tour war Star Wars City. Die Originalkulisse von Georg Lukas Film Star Wars IV – der erste Film der alten Triologie. Steht mitten im Nichts und wurde damals vor 30 Jahren extra erbaut und für die Drehs abgesperrt.

Krass war ein Unfall bei der Rückfahrt. Mein ehemaligen Buggybeifahrer fuhr mit dem Quad ca. 25 Meter vor mir auf einer aufgeschobenen Sandpiste. Auf einmal zieht er voll nach links, dem 2m hohen Abhang entgegen und verschwindet in einer Staubwolke. Voller Überschlag. Ob er sozusagen „gepennt“ hat oder ob es ungewollte Absicht war – keine Ahnung. Die Hauptsache: Ihm ist zum Glück nichts passiert. Sah aber übel aus und das Quad hat es auch zerlegt…

[inspic=2442,left,fullscreen,thumb] Am Abend ging es dann in Tozeur zu einem echten orientalischen Abend mit Musik, Bauchtanz und in einem Tontopf gegartem Rindfleisch. Vorspeisen waren ähnlich wie am Tag zuvor in Tunis – reichlich und gut.

Ratet mal, wer sich mit der Bauchtänzerin bei einem Tänzchen zuerst zum Affen machen durfte…Fotos folgen. (falls sie nicht irgendwo verschwinden *hoff*)

Tag 3 – Oase am Atlasgebirge:

[inspic=2454,right,fullscreen,thumb] Am dritten Tag ging es Richtung algerische Grenze, am Rande des Salzsee Chott El Gharsa entlang. Besonders lustig waren die „ACHTUNG: Kamele“ Schilder. Dabei sind das doch Dromedare! 😉

Das Ziel war nach ca. 50km Fahrt die Oase Chebica. Hier wurde der englische Patient gedreht. Die Oase ist eine der vielen Bergoasen Tunesiens, wo dank einer warmen Quelle etwas Leben möglich ist. Inzwischen lebt dort niemand mehr – ist eine reine Touristenattraktion. [inspic=2473,left,fullscreen,thumb]

Im Anschluß ging es zum Mittagessen hinauf ins Atlasgebirge nach Tamerza. Auch hier wieder sehr viele Vorspeisen, viele Salate und Kuskus mit Fleisch. Die Nachspeise habe ich für Euch festgehalten – sehr süß, wie man sieht.

Abends ging es dann zurück via Propellerbomer nach Tunis ins Regency Hotel.

In Tunis erwartete uns Wind, Sturm und Regen. Gibt es dort sonst nie, aber wir hatten ja All inklusive gebucht wie es schien 🙁

[inspic=2490,right,fullscreen,thumb] Das Abendessen im Caree Blanc war dafür ein Highlight. Das Restaurant liegt direkt im Meer. Bzw. am Meer und steht mit Stelzen im Meer. Das Essen war top und wurde mit einem Schokoküchlein mit Füllung und Pistazieneis dazu abgerundet. Lecker. Schmeckt mindestens genauso gut wie das Küchlein in der Sbar in Kitzingen – falls das noch jemand testen will.

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Danach wurde die Cocktailbar im Erdgeschoß gerockt. Dumm nur, dass die Barkeeper keine Ahnung von Cocktails hatten. „Wird so selten bestellt“. Ahja.
Dann mussten eben Longdrinks bzw. Wodka Bull und Cuba Libre herhalten, dazu House Musik und ab ging es bis 02.30 herum. War zwar dank dem Wetter kaum jemand da, aber Party geht immer 😀

Tag 4 – Karthago und Rückflug:

[inspic=2496,right,fullscreen,thumb] Dank dem Wetter wurde die Karthago-Besichtigung abgesagt. Aber da ich in Latein genug von den Jungs übersetzen musste, wollte ich es mir ansehen. Also für 30.-€ einen Taxifahrer für ne Stunde gemietet und Japaner gespielt. Von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit gefahren worden, kurz ausgestiegen, Foto gemacht und weiter ging es. Naja. Jetzt weiß ich wenigstens, das Karthago sehr groß war und die einfach eine neue Stadt drüber gebaut haben!

Mittags gab es dann im Dar Zarrouk in Karthago noch Meeresfrüchtesalat und wieder einen ganzen Fisch als Abschiedsessen. Sehr lecker. [inspic=2503,left,fullscreen,thumb]

Der Flug nach Frankfurt war nur insofern stressig, als das die Beamten in Tunis noch echte Beamten sind. Da einer der Mitreisenden sein Einreisevisum wohl verlegt hatte, wollten die ihn nicht mehr aus Tunesien rauslassen 😀 Hat aber geradeso noch geklappt.

Das wars es dann auch schön. Kurz, aber schön!