Jul 28

Vor vier Wochen erst hatte ich Trauriges zu berichten. Meine eine Großmutter war verstorben.
Heute abend folgte meine andere Oma. Anfang 2011 hatte beide von Ihren Krankheiten und damit verbundenen Diagnosen erfahren und nun sind bei nur ca. 6 Monate von uns gegangen.

Meine Oma Hilde war immer sehr agil, ja fast schon hyperaktiv – im positiven Sinne.
Ein kleines Persönchen, dass sich nach Verlust von Haus und Heimat in Schlesien zusammen mit Ihrem zukünftigen Mann und ihrer Schwester nach Kitzingen durchgeschlagen hat und bei null anfangen musste. Leider verstarb mein Opa ca. 20 Jahre nach der Flucht aus Peiskretscham und meine Oma musste ihre beiden Kinder alleine groß ziehen. Damals war dies alles andere als leicht.

Sie hat sich Zeit Ihres Lebens alleine durchgekämpft und war immer aufgeschlossen für Neues, auch wenn die Sache mit PC und Handy dann doch zu modern war – was nicht bedeutet, dass sie sich nicht dafür interessierte. Wer rastet, der rostet! Langlaufen, Wandern, Autofahren. Fehlte eigentlich nur noch ein Bungee-Sprung.

Besonders toll waren Ihre schlesischen Rezepte. Drachenklöße (schlesische Klöße), Graupenwurst und Mohnkuchen aus frischem Mohn ohne diese ekligen Rosinen.

Aus diesem Grund will ich als Andenken ein Rezept von Ihr verewigen welches noch in Altdeutsch (!?) geschrieben vor mir liegt.
Das Highlight von jedem Weihnachten – Gewürzplätzchen mit Zitronensaftglasur!
Danke für alles Oma!

kleine Gewürzkuchen / Gewürzplätzchenrezept:
Zutaten für den Teig:
320g Weizenmehl, 1/2 Päkchen Dr. Otkers “Backin” (Backpulver?), 50g Kakao, 300g Zucker, 2 Eier, 125g Butter, 1/2 Esslöffel gemahlene Nelken (ca. 4g), 1 gestrichener Teelöffel Zimt (3g) und 1/2 Muskatnuss (gerieben)
Zutaten für den Guss:
150g Puderzucker, etwa 2 Esslöffel kalten Wasser und Zitronensaft

Zubereitung:
Backpulver und Mehl mischen, Zucker, Kakao und die beiden Eier dazugeben. Nun wird alles messerdick ausgerollt, die kalt gestellte Butter (in kleinen Stücken) sowie Gewürze werden hinzugefügt und vermengt alles mit dem Handballen zu einem fetten Kloß.
Den Teig rollt man nun erneut messerdick aus und sticht mit runden Förmchen Plätzchen heraus. Diese werden bei leichter Hitze ca. 20 Minuten gebacken.
Erkaltet werden diese mit dem Zitronenzuckerguss überstrichen.

Fertig sind süße und gleichzeitg saure, aber erfrischende Plätzchen die nicht ganz so dick auftragen wir ihre Artgenossen.

Wer auch immer dieses Rezept kopiert bzw. ausprobiert soll kurz an meine Oma denken – in memoriam.

Jul 03

Ein Blog ist ein öffentliches Tagebuch. Hier sammelt man Eindrücke, teilt Gedanken und Lustiges. Und auch trauriges.
Diesen Beitrag möchte ich meiner Oma Marga widmen, welche gestern nach einigen Monaten Krankheit verstorben ist.

Danke für 32 Jahre, in denen Du mir eine gute Oma warst. Egal ob als Ersatzmama im zarten Kindergartenalter oder Mittagskantinenchefin nach der Schule oder in den Arbeitspausen. Auch Danke für die Ersatzpatenschaft, nachdem mein Opa relativ früh verstarb.

Altdeutsche und Fränkische Wörter wie “estimieren” oder “grämen” habe ich dank meiner Oma erst kennengelernt.
Und das es für Big Brother keine Altersgrenzen gibt und auch Damen um die 80 einen gewissen Reiz an dieser Sendung finden.

Du wirst uns sicher allen fehlen – und wenn es so etwas wie einen Himmel gibt, wirst Du dort Deine Ruhe sicher gefunden haben.
(Beerdigung findet am Mittwoch den 06.07.2011 um 14:15 am alten Friedhof statt – falls jemand Abschied nehmen will)

Nov 11

Kleine Stilblüte vom letzten Geburtstag im Esbach Hof. Natürlich von den Omas. Standard.

Oma 1 zu Oma 2:
“Siehste, jetzt simmer schon wieder alle zusammen. Du hast immer ungefähr eine Woche nach mit Geburtstag!”

Ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster und wage zu behaupten, dass es die letzten “paar” Jahre schon immer so war, nachdem der gregorianischer Kalender schon “etwas” länger gilt ;)

Aug 24

Solche Geschichten erzählt nur das Leben.

Da der Umzug in die neue Wohnung läuft, sind wir jetzt extrem viel unterwegs und man erhält viel Stoff zum Bloggen – so wie auch dieses Highlight, direkt vor unserer neuen Haustür.

Ein Ömchen im Rollstuhl steht mit Ihren “Kindern” vorm Blumen Ulsamer.
Ömchen: “Ach, was eine schöne Blume. Die blüht richtig schön gelb!”
Sohn: “Gelb? Hm? Welche Blume meinst Du denn?”
Ömchen: “Na die da” (zeigt mit zittriger Hand auf eine Blume in 1m Entfernung)
Sohn: “Ehm. Mutti – das gelbe ist das Preisschild!”

Was kleben die vom Ulsamer den Preis auch auf Holzstile und stecken die mitten rein. Üble Täuschung von Senioren ;)

Okt 27

Ich rede bei Intelligenz nicht von Stöckchen holen, wissen, wann es vom wem zu Fressen gibt oder Menschen aus Gefahrensiutationen zu retten.
Das ist Training / Instinkt und entspricht derselben Leistung, wenn wir Männer Autofahren. Wir können es halt einfach :D

Der Hund meiner Eltern hat heute wiedermal eindeutig gezeigt, dass er intelligent ist finde ich. Dreimal die Woche muss darf er mit in die Stadt und bleibt entweder im Büro liegen oder geht mit Ömchen spazieren.

Ich muss dazu sagen, dass unser Ömchen nicht mehr schnell zu Fuss ist und für eine Stunde einen Kilometer braucht. Bzw. für eine Kilometer….

Sobald der Hund das Laufgeschirr anbekommt, weiß er, was ihm “blüht”. Er ist halt mehr der Aktive, der gerne vorgibt, wie schnell es vorangeht. Da sind Omatours nichts für ihn.

Jedesmal weigert er sich aus dem Auto zu steigen und verfällt in einen Sitzstreik.

Ist das Intelligenz? :blink:

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