Freundschaft auf Zeit – Adieu Tannenbaum

 

Dieses kleine Gedicht widme ich allen Tannenbäumen, welche gerade frierend in der Kälte stehen und auf Abholung warten.

tannenbaum
Ist es der da, der da am Eingang steht?
Oder ist es der da, der den Kopf so verdreht?
Ist es der da die mitm dichten Nadelkleid an Mann?
Nein, es ist der Baum der an Weihnachten kann!

Erst wurdest Du geschlagen und aus dem Wald gezerrt
wurdest Du mit vielen anderen Opfern in ein Gatter gesperrt!
Zum Verkauf feil geboten wie ein Stück Fleisch
ständig in den Ohren von wilden Frauen Gekreisch.

Wir haben Dich aus dem Gefängnis herausgekauft
zum Transport hat es nur ein weißes Plastiknetz gebraucht.
Daheim bekamst Du festen Halt und etwas Wasser
dein Style wurde durch Piercings und Lightchains fett krasser.

Du hast uns jeden Abend die Stimmung erhellt
dafür haben wir Dich auch in die schönste Ecke gestellt.
Wir haben Weihnachten und Silvester miteinander erlebt.
Mein Herz in Gedanken daran immernoch leicht bebt!

Der Abschied war von Nöten –
wir wollten Dich nicht töten.
Ich befreite Dich von den Ketten
auch aus der Fußfessel warst Du schwer zu retten.

Beim Abtransport durch die Tür gab es Gegenwehr
Deine sperrigen Arme machten mit das Leben schwer!
Du schlugst wild um Dich und wolltest nicht raus.
Doch war jedem das Ende schon bekannt – Wochen im Voraus!

Nun stehst Du vor der Tür und wartest auf die Pfadfinder.
Sie geben Dir das letzte Geleit auch im tiefsten Winter.